Hintergrund

Der Verbraucher assoziiert eine nachhaltige Milchproduktion häufig mit Weidehaltung und ist zunehmend bereit einen höheren Preis für Molkereiprodukte aus Weidemilch zu zahlen. Durch die erfolgreiche Umsetzung des Weidelandprojektes Niedersachsen wurden Standards und Infrastruktur für die Deklaration und die Vermarktung von Weidemilch auf den Weg gebracht und in Deutschland etabliert. Auch im Hinblick auf die langfristige Zielsetzung, mit Weidemilch einen erhöhten Erzeugerpreis zu erhalten, kann in der Praxis trotz dessen eine verhaltende Reaktion beobachtet werden. Der langanhaltende Trend der ganzjährigen Stallhaltung und einer intensiven Futterkonservierung sind bislang noch vorherrschend, obwohl die Weidehaltung neben gesellschaftlicher Anerkennung auch ökonomische und tiergesundheitliche Potentiale aufzeigt.

Jedes Blatt in Milch umsetzen

Grünlandzentrum holt irischen Weideexperten nach Norddeutschland um direkt vor-Ort mit Landwirten über Möglichkeiten der Übertragbarkeit des irischen Weidesystems zu diskutieren.

Irland – die grüne Insel. Ohne die irischen Milchbauern und Milchbäuerinnen wäre sie wohl kaum überall für ihre leuchtend grünen Wiesen und Weiden bekannt. Die irischen Landwirte gehören zu den besten Weide-Managern der Welt und haben die Beweidung perfekt auf das Graswachstum abgestimmt. Sie kennen ihre Flächen genau, die Kühe stehen fast das ganze Jahr auf der Weide und erhalten nur sehr geringe Mengen Kraftfutter. Dadurch ist das System auch bei geringen Milchpreisen noch lukrativ und bei deutschen Milchbauern und -bäuerinnen inzwischen ebenso berühmt wie das irische Bier. Wenn sich dann ein irischer Milchbauer und Weideexperte nach Norddeutschland begibt, um über das irische Weidesystem zu sprechen, stößt dies bei den deutschen Landwirten natürlich auf ein breites Interesse. ­

Weideinteressierte Landwirte aus Niedersachsen informieren sich über das irische Weidemanagement.

Hier geht es zum Bericht der Fachexkursion im März 2018.

 

Vierer Bild Irland 11.04.18

Voneinander lernen lautet das Motto der Farmwalks. Bei den regelmäßigen Grünlandbeghungen soll neben der Wissensvermittlung, auch das Messen von Aufwüchsen und das Kalkulieren der Trockenmasseerträge zu festen Bestandteilen angewandt und erprobt werden.

Zwei Dutzend Landwirte und andere Weideinteressierte aus der Wesermarsch und umzu informierten sich auf dem Betrieb von Heike und Heiko Holthusen in Brake über neueste Messmethoden von Grasaufwuchs. Der irische Weideexperte Sean O`Lionaird (Mitte), der zurzeit das Grünlandzentrum in Ovelgönne besucht, stellte vor Ort zwei Methoden vor, die in Irland seit vielen Jahren gängige Praxis sind. Der Farmwalk war der erste in dem Projekt Weidecoach, das Projektleiterin Lena Dangers vom Grünlandzentrum seit vergangenen Herbst in enger Zusammenarbeit mit hiesigen Landwirten koordiniert. Die Anwesenden verfolgten die Ausführungen von O`Lionaird mit großem Interesse und diskutierten die Möglichkeiten einer optimalen Weideplanung. (erstellt am 08.03.2018)

Hier geht's zum Bericht des ersten Farmwalks

vierer Bild Farmwalk

 Foto: Grünlandzentrum